Alp-Abtrieb in Klosters
Denkt man an die Schweizer Alpen sind Heidi und Geissenpeter nicht weit. Im Geiste hört man die Kuhglocken läuten, man sieht blumengeschmückte Bergwiesen und dramatisch gezackte Gipfel und schmeckt feinen Alpkäse.
Man mag das für Klischees halten, doch in Graubünden gibt es viele Regionen in denen Klischee und Wirklichkeit noch Eins sind. Beispielsweise im
Prättigau dem nördlichsten Tal Graubündens an der Grenze zum österreichischen Vorarlberg.
Das von der Landquart durchflossene Tal ist noch stark ländlich geprägt, die Milchwirtschaft spielt eine grosse Rolle. Wie in der alpinen Viehwirtschaft seit alters her üblich, werden die Kühe aber auch Schafe und Ziegen im Frühjahr auf die saftigen Hochweiden, die Alpen getrieben. Ein kleines Team von Älplern betreut jeweils eine Alp, wo keineswegs das Heidi-Idyll, sondern Monate harter Arbeit auf sie warten.
Wo es einen Alpauftrieb gibt, gibt es im Herbst auch einen Abtrieb. Der wird im Prättigau mit einem farbenprächtigen Spektakel begangen bei dem Brauchtum, Musik und kulinarische Köstlichkeiten viel von dem Charakter der Landschaft verraten. Ein aufmerksamer Besucher spürt hinter Fröhlichkeit und Folklore auch die Dankbarkeit für einen guten Sommer und die Freude darüber, dass das Vieh vollzählig und gesund wieder in den Winterstall einziehen kann und der Butter und Käseertrag den Erwartungen entsprochen hat.
Wer genau hinsieht erkennt in den Gesichtern der Älpler vielleicht auch die Erleichterung darüber, dass die Strapazen überstanden sind und die Mühe sich gelohnt hat.

In die Seele einer Milchkuh kann man schlecht hineinschauen, aber womöglich freut auch sie sich, dass sie "getschäppelt", also mit Blumen bekränzt, wieder ins Tal hinunter darf. Es ist jedes Jahr der festliche Höhepunkt des Alp-Spektakels wenn vor der imposanten Kulisse der Berge über 100 Kühe und weiteres Kleinvieh ins Dorf
Monbiel getrieben werden.
Verpassen Sie dieses schöne Erlebnis nicht am
14. September 2013.